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Sirenennetz in Heidelberg: Wiederaufbau bis Ende 2022 geplant


25 hochmoderne Sirenen im gesamten Stadtgebiet / Oberbürgermeister Würzner besichtigte Standort

HDsirene 

Grünes Licht für das Heidelberger Sirenennetz: Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 10. Februar 2022 einstimmig die Ausführungsgenehmigung zum Wiederaufbau noch in diesem Jahr erteilt. Im nächsten Schritt wird die Maßnahme nun ausgeschrieben. Die 25 hochmodernen Sirenen zur Warnung der Bevölkerung im Bedarfsfall sollen anschließend bis Ende 2022 über das gesamte Stadtgebiet verteilt installiert werden.

„Ich freue mich über die breite Zustimmung des Gemeinderates zum Wiederaufbau des Sirenennetzes“, sagt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Sirenen auch in unserer heutigen digitalen Gesellschaft bei ganz unterschiedlichen Gefahrenlagen weiterhin ein wichtiges Instrument zur Warnung der Bevölkerung sind. Zusammen mit unseren modernen Warnmöglichkeiten wie der NINA-App und vielen weiteren Kanälen zur Information und Warnung der Bevölkerung sind wir damit für die Zukunft bestens aufgestellt.“

Gemeinsam mit Heiko Holler, Leiter der Feuerwehr Heidelberg, und Peter Stammer, geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg eG, besichtigte Oberbürgermeister Prof. Würzner am 9. Februar einen der 25 Sirenenstandorte in einem Gebäude der Baugenossenschaft Familienheim im Stadtteil Pfaffengrund. Die Sirenen werden, bis auf zwei Ausnahmen, auf Bestandsgebäuden montiert, die überwiegend der Stadt oder der städtischen Gesellschaft für Grund und Hausbesitz (GGH) gehören. Bei der vorläufigen Standortsuche wurde darauf geachtet, möglichst viele Sirenen auf Dächern und nicht auf freistehenden Masten, die wesentlich kostenintensiver sind, zu realisieren. Nach derzeitigem Stand müssen lediglich zwei Sirenen auf einem Sirenenmast verortet werden.

Wiederaufbau des Sirenennetzes frühzeitig in die Wege geleitet

Unter Federführung der Feuerwehr hat die Stadt bereits seit 2019 den Wiederaufbau des Sirenennetzes vorbereitet und Maßnahmen wie die Standortsuche auch während der Pandemie fortgesetzt. Dadurch wird nun eine rasche Umsetzung möglich, die mit einer Förderung in Höhe von 175.750 Euro aus dem Sirenenförderprogramm des Bundes unterstützt wird. Heidelberg erhielt damit den höchsten Zuschuss aller Städte im Regierungsbezirk Karlsruhe. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau des Sirenennetzes betragen voraussichtlich 535.000 Euro.

Aufgrund der veränderten Sicherheitslage in Europa nach Ende des Kalten Krieges wurde in den 90er Jahren in Deutschland das Sirenennetz durch den Bund aufgegeben und den Kommunen unentgeltlich überlassen. Nur ein geringer Teil der Kommunen hat die Sirenen auf eigene Kosten weiterbetrieben. Auch Heidelberg entschied sich zu dieser Zeit für den Abbau der 95 Zivilschutzsirenen, die das bebaute Gebiet abdeckten. Der Aufbau des neuen Netzes wird mit Hochleistungssirenen mit Schalltrichtern erfolgen. Daher wird – im Vergleich zum früheren Sirenennetz – nur noch ein Viertel der Standorte im Stadtgebiet benötigt, um den bewohnten Bereich abzudecken. Eine Akkupufferung wird auch bei einem Stromausfall ein mehrmaliges Auslösen der Sirenen ermöglichen. Daneben wird eine intelligente Steuerung die Funktionalität der Sirenen überwachen und Fehler in der Kommunikation selbständig melden. Auch eine Einzelauslösung von Sirenen wird möglich, wenn die Gefahr nur Teile des Stadtgebiets umfasst.

So warnen Stadt und Feuerwehr im Bedarfsfall

Das Sirenennetz erweitert die bereits bestehenden Warnmöglichkeiten der Stadt Heidelberg. Im Notfall erhalten Bürgerinnen und Bürger Warnungen unter anderem über die kostenlosen Warn-Apps NINA und Katwarn: Die Stadt Heidelberg empfiehlt das Installieren auf dem Smartphone. Das Herunterladen ist in allen gängigen App-Stores möglich. Daneben warnen Stadt und Feuerwehr im Bedarfsfall unter anderem über Pressemitteilungen, die städtische Internetseite, Social-Media-Kanäle von Stadt und Feuerwehr Heidelberg (Facebook, Twitter, Instagram) und den Rundfunk. Bei Bedarf kann die Feuerwehr auch mittels Lautsprecherdurchsagen aus Fahrzeugen die Bevölkerung warnen. Mit diesen Möglichkeiten besteht ein breiter Warnmix, um die Bevölkerung schnell und auf vielen Kanälen erreichen und warnen zu können.

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