Sechs Wochen lang testete Mannheim ein Scan-Car zur automatisierten Parkraumüberwachung. Die Stadt sieht deutliches Potenzial und prüft nun einen dauerhaften Einsatz.
Ende 2025 war in der Mannheimer Neckarstadt ein sogenanntes Scan-Fahrzeug im Einsatz, um Falschparker automatisiert zu erfassen. Hintergrund war die Teilnahme an einem Pilotprojekt des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. Seit Mitte Dezember ist die Testphase abgeschlossen, nun liegt die Auswertung vor – mit einem insgesamt positiven Ergebnis.
Nach Angaben der Stadt sollte das Projekt zeigen, ob sich die Überwachung des ruhenden Verkehrs durch digitale Technik effektiver gestalten lässt. Ziel war es, den Kontrolldruck zu erhöhen und die Verkehrssicherheit nachhaltig zu stärken.
Während der sechswöchigen Testphase waren speziell geschulte Mitarbeitende des Ordnungsdienstes täglich – auch in den Abendstunden – mit dem Scan-Fahrzeug unterwegs. Die Testfahrten wurden protokolliert, erkannte Probleme unmittelbar gemeldet und die Software fortlaufend angepasst.
Optimierungen betrafen unter anderem die Kartierung im Hinblick auf die Mannheimer Beanstandungspraxis sowie technische Fragen zur Satellitenortung, die eine Positionsbestimmung bis auf zehn Zentimeter genau ermöglicht.
Zum Ende der Testphase konnten erste teilautomatisiert erfasste Fälle in das System des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung übertragen werden. An einem Tag wurden 45 Verstöße an die Bußgeldbehörde weitergeleitet. 27 dieser Fälle – rund 60 Prozent – waren bereits abgeschlossen und bezahlt.
Zu den beanstandeten Verstößen zählten unter anderem Parken mit zu geringem Abstand zu Kreuzungen, verbotswidriges Gehwegparken, Parken auf Sperrflächen sowie im absoluten Halteverbot.
Auf Grundlage der Testergebnisse geht die Verwaltung davon aus, dass künftig je nach Tageszeit und Örtlichkeit rund 50 sicherheitsrelevante Verstöße pro Stunde erfasst werden könnten. Das automatisierte Erfassen von Falschparkern erwies sich dabei als komplexer als das Erfassen sogenannter Schwarzparker, das andernorts getestet wurde.
Die Stadt Mannheim möchte den Einsatz eines Scan-Fahrzeugs künftig dauerhaft prüfen. Vorgesehen ist zunächst eine Nutzung in Quartieren mit hohem Parkdruck. Kontrolliert werden sollen weiterhin ausschließlich sicherheitsrelevante Verstöße.
Eine spätere Ausweitung auf Schwarzparker ist möglich, sofern Parkautomaten auf Kennzeicheneingabe umgestellt und datenschutzrechtliche Kriterien berücksichtigt werden können. Zudem wird auf Bundesebene derzeit über neue rechtliche Voraussetzungen für den Einsatz solcher Fahrzeuge beraten.
Bis zu einer möglichen Einführung will die Verwaltung interne Abläufe weiter optimieren, insbesondere die Schnittstelle zwischen Scan-Fahrzeug und Bußgeldstelle.

















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